Zeig mir, was ich tun muss

 

Das Grundprinzip geht von der Betrachtungsweise aus, dass eine cerebrale Bewegungsstörung ein komplexes Lernhindernis darstellt, das mit besonderen Fördermaßnahmen aktiv handelnd überwunden werden kann, nicht eine Krankheit, die behandelt werden muss.

Konduktive Förderung reduziert den Entwicklungs- und Erziehungsprozeß nicht primär auf (psycho-) motorische Lern- und Funktionsfähigkeit, sondern verknüpft den Erwerb motorischer Fähigkeiten mit Tätigkeitszusammenhängen im Alltagsleben, sogenannten Aufgabenreihen und Bausteinen im lebenspraktischen, intellektuellen und sozialemotionalen Lernbereich ist ein wichtiger Beitrag, um die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern bietet eine gute Möglichkeit, eine eigen-aktive Teilhabe am Leben zu erreichen.

 

mehr über Dr. Andras Petö »

 

Die konduktive Förderung wurde in den 40er Jahren von dem Arzt und Pädagogen Dr. András Petö entwickelt. Krankengymnastik, Logopädie und Ergotherapie werden mit psychologischen und heilend sonderpädagogischen Elementen zusammengeführt und in einer zielorientierten Förderung in das alltägliche Leben integriert. In der konduktiven Förderung wird nicht eine Krankheit in einzelne Symptome zerlegt und von verschiedenen Therapeuten behandelt, sondern die cerebrale Bewegungsstörung wird als Lernhindernis für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung gesehen und ganzheitlich von einer Person behandelt.

Die Konduktoren/innen sehen die Kinder und Erwachsenen im Ganzen, sie halten nicht nur den körperlichen (Bewegung, Sprache, Fein- und Grobmotorik), sondern auch den seelischen und geistigen Zustand für wichtig. Ziel ist es, eine größtmögliche Selbstständigkeit, die den individuellen Zustand und ihre Möglichkeiten berücksichtigt, und eine maximale Unabhängigkeit mit oder ohne Hilfsmitteln und Personen zu erreichen um damit die gesellschaftliche Integration zu ermöglichen.

Charakteristisch ist ein sparsamer Einsatz von einfachsten Hilfsmitteln wie Sprossenstühlen, Holzpritschen und Sprossenwand, die den Kindern und Erwachsenen beim Gehen und beim Sitzen Halt geben, wenn sie es dies bei den Übungen brauchen.